Das Märchen vom Element Spirit

Es war einmal ein Ort, der war so schön, dass man ihn kaum mit Worten beschreiben kann. Denn die menschliche Sprache ist nicht gemacht, um wahrhaftige Schönheit zu erfassen. Dieser mystische Ort nannte sich Serotonia und lag so verborgen, das nur sehr wenige Menschen es je schafften, ihn zu erreichten.

Es gab eine Zeit, da machten sich Nomadenvölker auf die Suche nach Serotonia und fragten dazu ihre Götter um Hilfe. Sie opferten Jahre ihres Lebens, um diesen heiligen Ort zu finden. Manche munkelten, der geheime Ort läge im fernen Indien und wieder andere glaubten, er läge am Grund des Meeres. Keiner wusste genau, wo Serotonia zu finden war, denn wenn einmal jemand den Ort gefunden hatte, kehrte derjenige nie wieder zurück in die normale Welt.

Die Jahre und Jahrhunderte vergingen und die Menschen wurden immer mehr in den Bann der Technologie und ihrer Arbeit gezogen, sodass sie irgendwann komplett vergaßen, nach Serotonia zu suchen. Sie hatten Angst, ihr gewohntes Umfeld zu verlassen und waren Gefangene eines Systems, das sie sich selbst erschaffen hatten.

Es schien, als würde niemals jemand wieder nach Serotonia reisen, bis eines Nachts eine junge Frau namens Aya sehr intensiv träumte und wie durch einen Geistesblitz erleuchtet wurde. In der Nacht sprach ein Bote namens Melantonius zu Aya und wies ihr den Weg. Um das Tor nach Serotinia passieren zu können, sollte sie Lavendel, Ginko und Ginseng sammeln und die Kräutermischung vier Wochen jeden Abend unter ihr Kopfkissen legen. „Wenn’s weiter nichts ist“, dachte Aya innerlich und schmunzelte, als sie sich am nächsten Morgen auf machte, die Pflanzen zu besorgen.

In der ersten Woche träumte Aya jede Nacht von ihrer Kindheit, erinnerte sich an schöne und schreckliche Erlebnisse, die sie gehabt hatte. Sie verstand jetzt, dass viele ihrer Charakterzüge heute ein Resultat ihrer Erfahrungen war. In der zweiten Woche träumte sie von ihrem Leben als Heranwachsende. Sie erinnerte sich an ihre Sorgen und tröstete den Teenager von damals. In der dritten Woche träumte Aya von ihrer Gegenwart. Wie auch in den vorherigen Wochen sah sie ihr Leben aus einer neutralen Perspektive wie einen Film vor sich. Das ermöglichte ihr eine wertfreie Sicht auf die Dinge. Aya verstand, dass nicht sie selbst das Opfer ihrer Umwelt war, sondern sah, dass ihre Vergangenheit sich immer wieder wiederholte.

Die vierte Woche brachte Aya die intensivsten Träume. In dieser Zeit sah sie im Schlaf, wie die ganze Welt, die Natur und die Menschen miteinander verbunden waren. Sie verstand, dass jedes Lebewesen und jeder Stein ein und denselben Ursprung hatte. Jetzt verstand sie, dass Serotonia kein Land, sondern ein Zustand war, der alles und jeden miteinander verbinden konnte. Aya fühlte sich in ihrem Körper plötzlich so zu Hause wie noch nie zuvor. Sie wusste, dass ihr diese Erkenntnis niemand nehmen konnte.

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Das Märchen von der Ganzheit

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Es war einmal, eine Stadt tief unten im Meer. Dort lebten Bewohner mit einer ganz besonderen Fähigkeit. Sie waren Formwandler und konnten sich in allen Lebenslagen und Situationen verwandeln. Dadurch lebten sie harmonisch im Einklang mit ihrer Umgebung. Ihre Anpassungsfähigkeit war so hoch, dass ihnen im Leben alles möglich schien.

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Das Märchen vom Element Luft

Es war einmal hoch oben über den Köpfen der Welt, da flog ein Adler jeden Tag hinaus und beobachtete das Land. Er konnte höher fliegen und weiter schauen als jeder andere. Deshalb nannten ihn die anderen Tiere auch den König der Lüfte. Da er der Mächtigste von allen war, hatte er die ehrenvolle Aufgabe, das Gleichgewicht der Welt zu überwachen.

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